Hermannslauf

Der berühmte Lauf vom Hermannsdenkmal in Detmold bis zur Bielefelder Sparrenburg findet jedes Jahr am letzten Sonntag im April statt. Wie oft habe ich schon Läufer bewundert, die diesen Lauf durchgehalten haben, immerhin sind auf der ca. 31 km langen Strecke ca. 1400 Höhenmeter zu absolvieren.

Als gebürtige Bielefelderin war der Lauf irgendwann ein Muss. Schon während meiner Schulzeit hatte ich mal an einer Teilnahme herumüberlegt, konnte mich jedoch nicht richtig dazu überwinden.

Aber dieses Jahr (2003) sollte es endlich soweit sein. Leider fiel diesem Lauf dann der Düsseldorf Marathon zum Opfer, denn der Abstand dieser beiden Läufe wäre mit zwei Wochen zu kurz gewesen. Deshalb entschied ich mich für den drei Wochen später stattfindenden Würzburgmarathon.

Für den Hermannslauf bereitete ich mich wie für einen Marathon vor - diesmal entschied ich mich für das Programm mit der Zielzeit 3 Stunden 30. Die Vorbereitung verlief dann auch super. Eine kurze Zwangspause von 5 Tagen musste ich einlegen, ansonsten verlief alles ohne Verletzung.

Wir reisten schon einen Tag eher nach Bielefeld. Am Sonntag ging es dann von meiner ehemaligen Schule aus los. Mit Bussen wurden die Läufer nach Detmold transportiert. Alles verlief reibungslos. Glücklicherweise kannten sich die meisten Läufer in Detmold aus, denn der Busfahrer wollte wohl noch etwas von der Stadt sehen, zumindest fand er zunächst nicht den richtigen Weg. Wir kamen dann aber noch pünktlich zum Start.

5 Minuten nach der Spitzenstartblock durfte dann auch ich am Fuße des Hermanns, der ja auch schon mal das Trikot des einzigen wahren Fußballvereins Arminia tragen durfte, starten. Anfangs ging es nur bergab. Es war auch recht eng, so dass ich sehr entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten verhalten angehen musste. Da ich mir aber auch keine Zwischenzeiten gesetzt hatte, war das eigentlich o.k. Als Zielzeit wollte ich gerne unter 2 Std. 45 bleiben.

Bei Kilometer 10, die ersten kleinere Steigungen lagen hinter uns, dachte ich mir, dass doch jetzt mal langsam die Steigungen kommen müssten. Das dachte ich mir bei Kilometer 20 auch noch. Ich fühlte mich noch richtig gut.

Die Stimmung der Zuschauer an einigen markanten Punkten (Oerlinghausen, Lämershagen, Panzerstrasse) war super. Man lief wie durch einen Schlauch.

Dann kam eine wirkliche extreme Steigung. Bis dahin war ich auch die Steigungen gelaufen. Da ich jedoch merkte, wie das an den Kräften zerrte und ich auch bergauf nicht sonderlich schnell war, entschied ich mich, zu gehen. Dies beherzte ich dann auch an den Treppen. Hier wäre ein Laufen aber auch nicht möglich gewesen, weil alle Läufer gingen.

Etwa 4 km vor Ende war ich dann doch sehr k.o.. Aber ich versuchte jetzt nicht einzubrechen. Schließlich war es ja bald geschafft. Irgendwann erreichte ich auch die Promenade zur Sparrenburg. Es fing dann auch noch an zu regnen. Regen war dabei schon fast eine Untertreibung. Aber das gehört zum Herrmann eben dazu.

Schließlich erreichte ich in 2 Stunden 42 das Ziel. Im Ziel erwarteten mich Stephan, der sich auch hier mal wieder einen Plan gestrickt hatte, um mich mehrmals auf der Strecke zu verpflegen, meine Familie und sogar meine kleine Nichte Leonie.

Mit dem Resultat war ich wirklich zufrieden, allerdings war die Pause zum Würzburgmarathon doch zu kurz und das extreme Gefälle führte dazu, dass ich nach dem Lauf starke Knieschmerzen hatte. Aus diesem Grund werde ich wohl nächstes Jahr nicht den Herrmann laufen und diesmal dem Düsseldorf Marathon den Vorrang geben.

Vom Schwierigkeitsgrad ist der Herrmann sicher anstrengender als ein gewöhnlicher 30er, aber mit einem Marathon nicht vergleichbar.