Deutsche Polizeimeisterschaften Cross Selm

Juhu dachte ich nur, als ich wider Erwarten im Dezember 2003 einen Anruf vom Fachwart Leichtathletik im Büro erhielt, dass ich mich für die Deutschen Polizeimeisterschaften qualifiziert hätte. Laut Ausschreibung hätten sich nur die ersten 4 der Landesmeisterschaften für die Deutschen qualifiziert, so daß ich recht erstaunt war. Ich war schließlich nur 7. geworden.

So hörte ich vor lauter Aufregung auch gar nicht richtig hin und erfuhr erst später, dass ich die Kurzstrecke (2,8 km) laufen sollte. Naja da die Langstrecke für einen Crosslauf extrem lang war (6,6 km) bin ich im Nachhinein auch recht froh darüber, obgleich mir die längeren Distanzen eigentlich mehr entgegen kommen.

Diesjähriger Austragungsort war Sythen (bei Haltern/Recklinghausen). Hätte mir zwar attraktivere Städte (Entschuldigung an alle Recklinghäuser) bzw. Bundesländer vorstellen können, aber so hatten wir wenigstens keine so lange Anreise.

Seit Wochen war ich bereits aufgeregt und nervte meinen Mann. Ich hatte schon arge Bedenken Letzte zu werden. Als dann die Teilnehemerliste im Internet einzusehen war, fand ich dann aber doch noch einige, die so liefen wie ich, so daß ich zumindest nicht als Allerletzte durchs Ziel laufen würde. Das beruhigte mich zunächst.

Am Mittwoch wünschten mir dann alle Kollegen viel Glück. Jetzt war ich super nervös und konnte schon an nichts anderes mehr denken.

Das wurde auf der gemeinsamen Hinfahrt am Donnerstag mit meiner Kollegin auch nicht viel besser. Wir machten uns gegenseitig noch hibbeliger, als wir eh schon waren. Und ich zweifelte mittlerweile daran, ob eine gemeinsame Mannschaftsunterbringung in der Kaserne so toll war. Hut ab vor den Sportlern, die sich auf große Wettkämpfe in einer Sammelunterkunft vorbereiten müssen.

Als wir dann in der Bereitschaftspolizei eintrafen, wurde mir klar, warum ich in der Ausbildung immer nach Hause gefahren war.... Ätzend. Es waren auch fast genauso viele Vorschriften wie in der Ausbildung zu beachten.....

Dann kam die Einkleidung. Nur Bayern und Sachsen hatten noch hässlichere Jogginganzüge als NRW. Man hätte also nicht extra erwähnen müssen, dass man die Sportbekleidung nach der Veranstaltung wieder abgeben musste. Die hätte ich eh nicht behalten wollen. Die Laufbekleidung an sich war eigentlich ganz schön, zumindest wenn die Meisterschaften im Sommer gewesen wären. In einem bauchfreien Trikot laufe ich im Februar eigentlich eher nicht....

Andere Bundesländer waren da auch schon besser ausgerüstet.

Als ich dann die etwas wärmere Männerausstattung verlangte wurde ich auch eher belächelt. Also entschied ich mich dann für ein großes Oberteil, welches zumindest nicht mehr bauchfrei war....

Dann gings sofort zum nächsten Termin: Streckenbesichtigung. Mittlerweile war ich mit den Nerven fertig und halb am verzweifeln, ich sah nur noch Profisportler um mich herum und kam mir völlig fehl am Platz vor.

Nach der Streckenbesichtigung stand dann ein Fototermin bevor. Anschließend der Einmarsch der Mannschaften mit folgenden Begrüssungsreden, die glücklicherweise nicht so lang ausfielen. Ich hatte nämlich ziemlichen Hunger.

Als die deutsche Hymne gespielt wurde, lief es mir eiskalt den Rücken herunter und ich nahm mir für den nächsten Tag das Beste vor.

Abends genehmigte ich mir ein Bierchen, auch wenns kein Alt gab und fiel um 21:30 (!) Uhr super müde ins Bett.

Wider Erwarten schlief ich ganz gut. War zwar schon um 6 Uhr wach, aber trotzdem halbwegs fit.

Dann gings ab zum Frühstück. Da sich niemand Rührei nahm, verzichtete ich auch schweren Herzens darauf. War ich doch schon am Abend zuvor mit meinem Bier aufgefallen.

Die Startzeit rückte immer näher. Als es dann endlich soweit war, war ich völlig fertig. Ich weiß nicht, wie oft ich mich umentschieden hatte, mit Spikes oder ohne zu laufen. Die Schnürsenkel wurden auch noch tausendmal überprüft. Unmittelbar vor dem Start hatte ich einen Puls von 151 (bei einer lockeren Triningseinheit habe ich sonst 135). Als ich die Kampftiere neben mir sah, wurde ich noch nervöser.

Irgendwann kam dann endlich der Startschuss.

2800m ist ja wirklich eine recht kurze Strecke, aber ich hatte trotzdem Angst zu schnell anzugehen. Die Spitzengruppe entfernte sich dann auch recht zügig. Irgendwann kamen dann auch die ersten Hügel. Aber ich wurde insgesamt ruhiger. Man wurde angefeuert, was schon recht schön war. Auch mein Mann stand an der Strecke und machte Fotos von mir.

Für die erste Runde brauchte ich 6:30 Minuten. Gegen Ende der zweiten Runde kamen noch etliche Läuferinnen von hinten, die mich schließlich auch überholten. Ich versuchte dann, an denen noch dranzubleiben. Und siehe da die Crossläufe in der Vorbereitung oder waren es doch die Spikes (?) verhalfen mir, dass ich aus unserer Sechsergruppe am Ende lediglich einer den Vortritt lassen musste.

Diesmal hatte ich wirklich am Berg nicht wie üblicherweise verloren sondern gewonnen.

Ins Ziel bin ich dann bei 13:15 eingelaufen, was bei der Strecke o.k. war. Gesamtplazierung 20 (von 42 gemeldeten Starterinnen).

Im Schlußsprint hatte ich mir auch den 2. Platz aus NRW gesichert. Kam also locker von uns Vieren noch in die Mannschaftswertung, mit der wir den 6. Platz belegten.

Anschließend konnte ich dann noch die anderen Wettkämpfpe verfolgen. was schon sehr beeindruckend wie so manche abgezogen sind.

Die Anspannung war nun auch weg.

Abends die Runnersnight mit Musicaleinlagen und natürlich der Siegerehrung war auch sehr schön. Und heute, also Samstag, gings dann wieder ab nach Hause.

Die ganze Veranstaltung war schon irre interessant. Trotzdem hat es mich und vermutlich auch meiner Umwelt unglaublich viele Nerven gekostet.....

Hoffentlich kann ich nochmal an soetwas teilnehmen!

Was allerdings schon auffallend war, dass unsere Mannschaft bei Einzelwertungen es nicht einmal geschafft hat, aufs Treppchen zu kommen. Da wird wohl in Hessen und Baden-Württemberg und natürlich in den neuen Bundesländern der Sport "etwas" mehr gefördert.

So das war jetzt ein vielleicht zu langer Bericht, aber ich konnte meine Erlebnisse nicht kürzer zusammenfassen. Sorry.

Grüsse, Katja