Solinger Klingelauf

Was machen wir denn am Fronleichnamstag? Vielleicht an einem Lauf teilnehmen? So oder ähnlich überlegten wir, als wir schließlich im Internet nach einer geeigneten Veranstaltung suchten. Leider entschieden wir uns für den Solinger Klingenlauf.

Es wurden ein 5km Jedermannslauf sowie ein 10km Altersklassenlauf angeboten. Der Ausschreibung war aber nicht zu entnehmen, dass bei jedem Lauf mehrere Runden a 1km mit einer nicht ganz unerheblichen Steigung durch die Innenstadt gelaufen werden. Zunächst war nirgendwo eine Toilette ausgeschildert, was mich schon etwas nervte. Nachdem ich dann endlich eine Eisdiele gefunden hatte, und mich dort erleichtert hatte, suchte ich die Anmeldung. Auch die war nicht ausgeschildert. Naja immerhin musste ich keine Nachmeldegebühr zahlen, obwohl wir uns nach dem Fristtermin erst angemeldet hatten.

Irgendwann ging es dann auch endlich los. Für die ersten 5 km brauchte ich 21:30 Minuten, was ja ganz o.k. war. Dann brach ich jedoch entsetzlich ein. Und ich merkte gar nicht, wie langsam ich tatsächlich war. Habe dann erst im Ziel bei 46:58 einen Schock bekommen. Fast 4 Minuten langsamer als meine Bestzeit. Das war schon heftig.

Gut ich hatte im Urlaub zweimal täglich trainiert und der Marathon lag auch erst 4 Wochen zurück. Aber das fand ich dann schon etwas heftig. Meine ganze Spritzigkeit schien weg zu sein....

Dann begann das lange Warten auf die Siegerehrung bzw. auf die Urkunden. Erstmal wusste niemand, wo es die Urkunden gab. Als wir schließlich von dem einzigen kompetenten Mann, dem Sprecher auf der Bühne, erfuhren, dass es die bei der lokalen Zeitung zwei Straßen weiter geben sollte, machten wir uns also noch mal auf in Richtung Urkundenausgabestand. Dort wurde man dann nicht gerade freundlich aus dem Laden herausgebeten. Es hieß, dass die Ehrungen für die Gesamtsieger zumindest noch durchgeführt werden würden. Man hoffte hier auf sportliche Fairness, dass sich wirklich nur die ersten drei auf der Bühne einfänden. Denn das Zeitsystem hatte, warum auch immer, nicht funktioniert. Anschließend bekäme man dann hier die Urkunden.

Nach der Gesamtehrung wurde man dann wieder zum netten Pressehaus der Zeitung geschickt, von dort wieder zur Bühne, weil die 10km Ehrungen der Altersklassen wohl doch noch stattfinden sollten. Hiervon wusste allerdings der Sprecher nichts, denn der sagte, man solle bei der Zeitung beim dortigen Orgateam den Namen hinterlassen. Man bekäme dann die Urkunde zugeschickt. Also gingen wir mittlerweile etwas genervt im Pulk wieder in Richtung freundliches Orgateam bei der Zeitung. Dort wollte man uns zunächst wieder in Richtung Bühne schicken, nachdem wir jedoch erklärten, dass die Ehrungen dort mittlerweile beendet seien, war man gewillt, unsere Namen aufzunehmen. Schätzungsweise haben dies aber nur ein Bruchteil der Läufer gemacht, denen ein Preis bzw. eine Urkunde zusteht.

Und für diesen Stress haben wir auch noch ein Startgeld in Höhe von 8 Euro gezahlt. Wäre da nicht ein besseres Zeitmeßsystem möglich gewesen?

Was mich auch geärgert hat, ist die Tatsache, dass der Herrengesamtsieger einen Gutschein über 250 Euro bei einem Reifenhaus erhalten hat wohingegen die Frauensiegerin lediglich einen 100 Euro Gutschein der Firma Karstadt bekommen hat. Selten wird die Frauenleistung so herabgewürdigt.

In Solingen laufe ich nächstes Jahr bestimmt nicht. War doch etwas zu chaotisch. Wer teilnimmt, ist selber schuld und darf sich ärgern... so wars zumindest dieses Jahr.